Wieviel Netto bleibt vom Brutto?

Das brutto nicht gleich netto ist, dürfte Ihnen ja bekannt sein. Doch, kennen Sie den Unterschied? Der Gehaltszettel am Monatsende weist verschiedenste Zahlen aus. So wird beispielsweise das Gehalt, bzw. der Lohn, einmal als Bruttowert und dem gegenüber als Nettowert angegeben. Aber, was ist was und welches ist der Wert, der am Ende geldmäßig in Ihr Portemonnaie fließt?

Der bereinigte Wert

Als Ausgangspunkt ist das Brutto zu betrachten. Womit gleich zu sagen ist, dass dieser gut aussehende Betrag nicht der ist, der Ihnen ausgezahlt wird. Vom italienischen Wort für “gesamt” abgeleitet, meint Brutto den Wert vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Um all diese Abzüge bereinigt ist der Nettobetrag (italienisch für “rein”) am Ende des Lohn-/Gehaltszettels, die tatsächliche Summe, die Ihnen auf Ihr Konto überwiesen wird. Dabei steigt der Nettolohn nicht linear mit einem sich erhöhenden Bruttolohn an, sondern die Steuer- und Abgabenlast wird mit einem höheren Einkommen auch anteilig höher. Im Umkehrschluss heißt das, dass bei einem sehr niedrigen Einkommen zumindest die zu entrichtende Einkommenssteuer bis auf null absinkt.

Was lässt den Nettobetrag schmelzen?

Das sogenannte zu versteuernde Einkommen, also der Bruttowert, wird um die anfallende Einkommenssteuer verringert. Desweiteren um die Sozialversicherungsbeiträge, wie z.B. zur Arbeitslosenversicherung oder den Solidaritätszuschlag. Mit sämtlichen Angaben gefüttert, errechnet Ihnen einer der diversen Gehaltsrechner im Internet, was Ihnen vom Brutto tatsächlich übrig bleibt. Je nach der Höhe des Bruttoverdienstes werden da verschiedene Einkommenssteuersätze angesetzt.
Der Spitzensteuersatz liegt dabei in Deutschland aktuell bei 42% und rangiert im europäischen Mittelfeld. Dieser wird ab einem jährlich zu versteuernden Einkommen in Höhe von EUR 52.882,- fällig. Demgegenüber ist der Eingangssteuersatz von 14% ab EUR 8.004,- zu entrichten. Werte darunter werden als Grundfreibeträge nicht einkommensbesteuert und gelten als Existenzminimum.

Andere individuelle Lohnfresser

Maßgebende Einflussfaktoren für die Höhe des Nettolohnes sind darüber hinaus die Steuerklasse, die für den alleinstehenden Single mit der Klasse eins am abgabenstärksten ist und sehr deutlich von Steuerklassen Verheirateter mit bzw. ohne Kinder differieren kann. Sind Sie kirchensteuerpflichtig hat auch das einen zusätzlichen mindernden Charakter auf Ihr Nettoeinkommen. Je höher also Ihr Brutto, desto stärker verringern die Steuern und Abgaben Ihr Netto.

Bild: panthermedia.net Toni Anett Kuchinke

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