Die isländische Krise
Wirklich in den Köpfen der Menschen ist die Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Natürlich hört man in den Nachrichten immer mal wieder das Wort, aber in der Regel in Zusammenhang mit der Tatsache, dass es langsam aber stetig wieder aufwärts geht nach einer der schwersten Finanzkrisen der Neuzeit.
Dabei wird die Krise gerade in Island noch ziemlich stark aufgearbeitet. Der Staat stand im Oktober 2008 kurz vor der Staatspleite. Die Regierung übernahm daraufhin die Kontrolle des kompletten Finanzwesens. Auslöser waren die drei größten Banken Islands, die sich hoch verschuldet hatten und im Zuge der weltweiten Krise so den Staat in die Bredouille brachten.
Die EU nahm dies sogar zum Anlass, die Mindestgarantien für Sparanleger zu erhöhen. Der bisherige Wert lag bei 20 000€, nach der Erhöhung wurden 50 000€ der Anleger geschützt. Denn viele Banken, auch deutsche, hatten isländische Wertpapiere gehandelt, die wegen hoher Zinsen als gute Investition galten.
Doch mit dem Dominoeffekt, den die amerikanische Immobilienkrise auslöste, entrollte sich der Faden. Man sah, wie eng die ganze Weltwirtschaft verknüpft war und beschloss hinterher auch, dass man nun auf bessere Kontrollmechanismen setzen muss.
Für die isländische Bevölkerung ist dies erst einmal nur ein schwacher Trost. Das Land liegt am Boden. Aber die Isländer denken nicht daran aufzugeben, doch die Lage ist schwierig. Ein halbes Jahr nachdem die Krise Island erreicht hatte, war die Arbeitslosenzahl von 1,5 auf neun Prozent gestiegen.
Noch dramatischer wäre es gekommen, wenn die europäischen Gastarbeiter das Land nicht verlassen hätten. Das führt dazu, dass immer mehr studierte oder gut ausgebildete Arbeiter das Land verlassen wollen, um in Europa eine Anstellung zu finden. Hilfreich ist diese Massenabwanderung aber auch nicht.